Der Behandlungstag

a. Zu Hause

Haben Sie sich für eine Saugkürettage oder eine Tagesbehandlung entschieden? Dann sollten Sie beim Eintreten in die Klinik unbedingt nüchtern sein (leerer Magen). Gleiches gilt für eine örtliche Betäubung.
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Eine gute Körperhygiene ist unerlässlich, duschen Sie deshalb vor Ihrem Besuch in der Klinik. Kommen Sie für eine Tagesbehandlung und haben Sie Piercings in der Zunge oder im Genitalbereich? Bitte entfernen Sie diese zu Hause. Auch künstliche Nägel (von mindestens 1 Finger) müssen entfernt werden.

Trinken Sie in den 48 Stunden vor der Behandlung keinen Alkohol und nehmen Sie keine Drogen. In den 24 Stunden vor der Behandlung sollten Sie auch auf das Rauchen verzichten.

Vergewissern Sie sich, dass Sie alle notwendigen Unterlagen für Ihren Termin in der Klinik dabei haben. Wir benötigen für jede Behandlung Ihren Identitätsnachweis, einen Versicherungsnachweis und (falls vorhanden) den Überweisungsschein Ihres Arztes. Kommen Sie für eine Saugkürettage oder eine Tagesbehandlung? Dann benötigen Sie auch zusätzliche Kleidung.

Seien Sie pünktlich da! Teilen Sie der Klinik bitte rechtzeitig mit, wenn Sie sich verspäten. Je nach Grund der Verzögerung und der Art Ihres Termins entscheiden wir dann, ob Ihre Behandlung fortgesetzt werden kann oder ob wir einen neuen Termin mit Ihnen vereinbaren müssen.

b. Die Aufnahme

Bitte melden Sie sich beim Betreten der Klinik an der Rezeption und Sie die erforderlichen Dokumente und Identitätsnachweis dort ab. Sie erhalten einen (medizinischen) Fragebogen, den Sie im Wartezimmer ausfüllen und am Empfang abgeben müssen. Ihren Identitätsnachweis erhalten Sie dann wieder zurück.

c. Gespräch mit dem Arzt

Der Arzt möchte Sie zuerst alleine sprechen damit er sicherstellen kann, dass die Abtreibung Ihre eigene Entscheidung ist. Ihre Begleitperson kann auf Ihren Wunsch bei der Voruntersuchung und beim Ultraschall mit dabei sein. Sprechen Sie nicht (oder nicht gut) Niederländisch, Englisch, Französisch oder Deutsch? Dann ruft der Arzt einen Telefondolmetscher zu Hilfe, damit Sie das Gespräch in Ihrer eigenen Sprache führen können.
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Der Arzt führt eine Voruntersuchung durch und stellt mittels einer Ultraschalluntersuchung fest, wie lange die Schwangerschaft genau besteht. Je nachdem, wie lange Sie schon schwanger sind, wird der Ultraschall durch die Scheide oder über die Bauchdecke durchgeführt. Sie können beim Ultraschall mitschauen und auf Wunsch eine Kopie des Ultraschallbildes erhalten. Bitte besprechen Sie dies mit dem Arzt.

Zeigt der Ultraschall keine eindeutige Schwangerschaft? Dann vereinbaren wir meist einen neuen Termin mit Ihnen.

d. Gespräch mit der Krankenpflegerin

Nach dem Gespräch mit dem Arzt gehen Sie zurück ins Wartezimmer. Müssen Sie die Behandlung selbst bezahlen, oder wollen Sie nach der Behandlung ein Verhütungsmittel einsetzen lassen? Bitte erkundigen Sie sich an der Rezeption, wann Sie diese bezahlen müssen.
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Die Krankenpflegerin holt Sie zu einem zweiten Gespräch und zur Vorbereitung auf die Behandlung ab. Sie können Fragen zur Behandlung stellen und mit ihr die gewählte Verhütungsmethode besprechen. Sind Sie sich noch nicht ganz sicher über Ihren Entscheid? Besprechen Sie dies mit der Krankenpflegerin. Benötigen Sie doch noch etwas mehr Zeit oder sind Ihre Zweifel zu groß? Das ist nicht schlimm, wir können dann einen neuen Termin vereinbaren oder die Behandlung endgültig absagen.

1. Abtreibungspille

Sie erhalten von der Krankenpflegerin nun die erste Pille. Diese nehmen Sie in der Klinik ein. Die anderen Tabletten nehmen Sie mit nach Hause. Die Krankenpflegerin erklärt Ihnen, wann Sie zu Hause mit der Behandlung beginnen können und was Sie erwartet. Außerdem erhalten Sie ein umfangreiches Informationsblatt zum Mitnehmen. Danach können Sie nach Hause.

2.Saugkürettage und Tagesbehandlung

Sie bereiten sich nun auf die Behandlung vor. Sie gehen auf die Station und ziehen sich um. Gemeinsam mit anderen Frauen liegen Sie nun auf einer Station. Es gibt Schließfächer, in denen Sie Ihre Sachen unterbringen können. Von der Krankenpflegerin erhalten Sie ein Medikament (Misoprostol), das den Gebärmutterhals weicher macht. Dieses Mittel benötigt etwa eine Stunde, um seine Wirkung gut zu entfalten. Sind Sie länger als 18 Wochen schwanger? Dann dauert es 2 bis 3 Stunden, bis die Wirkung des Medikaments optimal ist. Findet Ihre Behandlung unter Sedierung (Dämmerschlaf) statt? Dann legt die Krankenpflegerin eine Infusion in Ihren Arm.

e. Blut abnehmen

Sind Sie länger als 7 Wochen schwanger? Dann benötigen wir Ihre Blutgruppe und den Rhesusfaktor. Die Krankenpflegerin wird Ihnen dazu Blut abnehmen. Bei einer Abtreibung ist der Rhesusfaktor wichtig. Wir müssen wissen, ob dieser positiv oder negativ ist. Je nach Dauer der Schwangerschaft verabreichen wir bei negativem Rhesusfaktor unmittelbar nach der Behandlung eine Antikörperspritze.
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Sind Sie länger als 18 Wochen schwanger? Dann bestimmt die Krankenpflegerin auch Ihren Eisenwert im Blut (hB-Wert). Ist Ihr Eisenwert zu niedrig (kommt nur selten vor), dann entscheidet der Arzt, dass die Behandlung auf einen anderen Tag verschoben werden muss.

f. Zum Behandlungsraum

Begeben Sie sich zur vorgegebenen Zeit in den Behandlungsraum. Dort nehmen Sie auf einem gynäkologischen Stuhl Platz. Die Behandlung wird von einem Abtreibungsarzt durchgeführt, der von mindestens einer Krankenpflegerin assistiert wird.
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Bei einer Sedierung erhalten Sie über eine Infusion im Arm ein kurz wirksames Schlafmittel. Sie fallen dann innerhalb von 30 Sekunden in einen Dämmerschlaf. Sie schlafen während der gesamten Behandlung. Eine Sedierung ist keine Narkose. Entscheiden Sie sich für eine örtliche Betäubung? Diese erfolgt über ein paar Einstiche in den Gebärmutterhals. Davon spüren Sie kaum etwas. Bei Schwangerschaften über 13 Wochen wird in der Regel eine Sedierung bevorzugt.

Je nach Fortschritt der bestehenden Schwangerschaft, variiert die Behandlungszeit zwischen 5 und 25 Minuten. Unmittelbar nach der Behandlung wachen Sie wieder auf. Die Krankenpflegerin bringt Sie zurück in den Ruheraum.

G. Nach der Behandlung

Sie bleiben noch mindestens eine Stunde im Ruheraum und erhalten nun Antibiotika, um Infektionen vorzubeugen. Wie lange Sie noch bleiben müssen hängt davon ab, wie weit Ihre Schwangerschaft bereits fortgeschritten war, wie Sie sich fühlen und wie gut Sie die Medikamente vertragen.
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Sie dürfen die Klinik erst nach der Kontrolle durch den Arzt oder die Krankenpflegerin verlassen. Wurden Sie sediert (Dämmerschlaf)? Dann dürfen Sie während 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen (kein Auto, Fahrrad oder Motorrad fahren). Das Schlafmittel bleibt 24 Stunden lang in Ihrem Blut und vermindert Ihr Reaktionsvermögen. Nehmen Sie dennoch aktiv am Straßenverkehr teil und haben Sie einen Unfall? Dann ist der Schaden nicht von der Versicherung gedeckt.

Ist eine Sedierung (Dämmerschlaf) gefährlich? Was ist der Unterschied zwischen einer Sedierung und einer Narkose?

Eine Sedierung ist leichter als eine Narkose. Sie atmen weiterhin selbstständig und müssen daher nicht intubiert werden (künstliche Beatmung über einen Schlauch in der Luftröhre). Eine Sedierung verursacht weniger Probleme als eine Narkose und Sie wachen danach auch schneller wieder auf.

Die Ärzte in unserer Klinik prüfen immer sorgfältig, ob eine Sedierung für Sie kein Risiko darstellt. Bei bestimmten Krankheiten, Allergien oder Medikamenten kann eine Sedierung nicht unbedenklich sein. Deshalb erfragen wir von Ihnen immer die entsprechenden Informationen. Auch wenn Sie keinen leeren Magen haben, kann eine Sedierung ein Risiko darstellen. Ihr Mageninhalt kann dann in Ihre Lunge gelangen und ernsthafte Komplikationen verursachen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie nüchtern in die Klinik kommen, wenn Sie eine Sedierung wünschen. Befindet der Arzt, dass eine Sedierung für Sie geeignet ist, stellt diese eine sehr sichere und angenehme Art der Betäubung dar. Sie merken nichts von dem Eingriff und viele Menschen empfinden den Dämmerschlaf sogar als angenehm.