Abtreibungspille

Die Abtreibungspille kommt bei uns bis zur 9. Schwangerschaftswoche zur Anwendung. Die Abtreibungspille ist ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch und besteht aus zwei verschiedenen Medikamenten, die einen Abbruch, beziehungsweise einen Ausstoß des Schwangerschaftsgewebes herbeiführen. Der Arzt in unserer Klinik beurteilt, ob diese Behandlung für Sie geeignet ist. Die Behandlung mit der Abtreibungspille wird in zwei Phasen durchgeführt.

Phase, in der Klinik

Während Ihres Termins in der Klinik nehmen Sie 1 Tablette ein. Dieses Mittel (Mifegyne) bewirkt, dass sich die Schwangerschaft nicht weiterentwickelt. Bevor Sie dieses Medikament einnehmen, müssen Sie Ihrer Wahl ganz sicher sein. Denn nach der Einnahme von Mifegyne gibt es kein Zurück mehr. Sie dürfen das Mifegyne nicht mit nach Hause nehmen, sondern müssen es vor Ort in der Klinik einnehmen.

Phase 2, zu Hause

Sie erhalten vier Misoprostol-Tabletten mit nach Hause, die Sie in die Scheide einführen müssen. Dies dürfen Sie nicht früher als 24 Stunden und nicht später als 72 Stunden nach der Einnahme des ersten Medikaments in der Klinik tun. Legen Sie sich nach dem Einführen der Tabletten eine halbe Stunde hin.

Ausstoß Schwangerschaftsgewebe

Meist beginnt 1 bis 2 Stunden nach dem Einführen des Misoprostol der Ausstoß des Schwangerschaftsgewebes. Dies kann manchmal bis zu 24 Stunden dauern. Misoprostol bewirkt Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur (Wehen). Dies ist schmerzlich und kann zu (teilweise starkem) Blutverlust führen.
Sowohl die Schmerzen als auch der Blutverlust sind stärker und dauern länger als bei einer regulären Menstruation. Nehmen Sie daher am besten sofort nach dem Einführen der Tabletten ein Schmerzmittel. Bei einigen Frauen treten auch Durchfall, Übelkeit, Erbrechen oder Schüttelfrost auf.

Für manche Frauen ist die Abtreibungspille eine schwere Behandlung. Deshalb sollte immer eine erwachsene Person bei Ihnen sein, die über die Abtreibung Bescheid weiß und für Sie da ist. Halten Sie sich den Tag, an dem Sie die Misoprostol-Tabletten einbringen, frei. Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie genügend Schmerzmittel im Haus haben. Vorzugsweise Ibuprofen oder Dyclofenac, auch als Zäpfchen. Diese sind praktisch, wenn Ihnen übel werden sollte und Sie sich übergeben müssen.

Nach der Behandlung

Nach der Behandlung mit der Abtreibungspille werden Sie Bauchschmerzen haben und Blut verlieren. Die Beschwerden können einige Tage bis Wochen andauern und klingen dann allmählich ab. Die Schwangerschaftssymptome beginnen nach einer Woche abzuklingen. Nehmen die Beschwerden nicht ab, haben Sie Fieber oder fühlen Sie sich nicht wohl? Nehmen Sie dann auf jeden Fall Kontakt mit uns auf.

Wie groß ist das Risiko, dass der Schwangerschaftsabbruch fehlschlägt?

In seltenen Fällen kommt es vor, dass die Schwangerschaft nach einer Abtreibungsbehandlung nicht abgebrochen ist. Bei einer Behandlung mit der Abtreibungspille geschieht dies in 1 bis 4 % der Fälle, bei anderen Behandlungsmethoden in 1 bis 2 % der Fälle. Dann müssen wir dennoch (oder zum zweiten Mal) einen Abbruch mit einer Saugkürettage durchführen.

Es besteht auch ein geringes Risiko auf lange anhaltenden Blutverlust oder starke Nachblutungen. Diese treten meist dann auf, wenn nach dem Eingriff Schwangerschaftsgewebe in der Gebärmutter zurückgeblieben ist. Wird dieses Gewebe nicht von selbst ausgestoßen, ist eine Nachbehandlung erforderlich. Dabei werden die letzten Gewebereste entfernt.

Unsere Klinik hat einen Kooperationsvertrag mit einem nahe gelegenen Krankenhaus, von dem wir falls erforderlich Unterstützung erhalten.

Wie groß ist das Risiko auf eine schlechte Erfahrung mit der Abtreibungspille?

Das Risiko auf Komplikationen bei der Abtreibungspille ist gering. Als Hauptkomplikation kann Blutverlust auftreten, ohne dass die Schwangerschaft dabei abgebrochen wird. Deshalb findet 4 Wochen nach der Behandlung eine Nachkontrolle statt. Sie können nach 4 Wochen auch selbst einen Schwangerschaftstest machen.

Die Abtreibungspille kann für manche Frauen eine unangenehme Erfahrung sein. Die Abtreibungspille verursacht Unterleibsschmerzen, die mehrere Stunden andauern können. Etwa so, wie sehr starke Menstruationskrämpfe. Andere mögliche Nebenwirkungen der Abtreibungspille sind Übelkeit, Erbrechen, Schüttelfrost und Durchfall. In Kombination mit einem (manchmal starken) Blutverlust wird die Fruchtblase ausgestoßen.

Wie lange dauern die Schmerzen an?
Die Schmerzen können anfangs sehr stark sein und Sie können noch bis zu zwei Wochen Blut verlieren, etwa gleich wie bei der Regelblutung. Stellen Sie sicher, dass Sie vor der Einnahme der Abtreibungspille Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Aleve auf Vorrat haben. Idealerweise auch als Zäpfchen, die Sie diese auch bei Übelkeit gut nehmen können.

Ist Fieber nach der Einnahme der Abtreibungspille normal?
Ja, leichtes Fieber ist normal. Beträgt Ihre Körpertemperatur jedoch über 38,5 °C ? Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Gibt es Risiken bei der Abtreibungspille?

Es besteht ein geringes Risiko (1 bis 4 %), dass die Abtreibungspille nicht ausreichend wirkt und die Schwangerschaft nicht abgebrochen wird. Dann muss die Schwangerschaft dennoch mit einer Saugkürettage abgebrochen werden. Es besteht immer ein kleines Risiko auf eine Infektion.

Wie viel Blutverlust habe ich nach einem Schwangerschaftsabbruch?

Der größte Blutverlust tritt meist erst nach 4 bis 7 Tagen auf und kann stärker sein und länger dauern als bei einer Menstruation. Es kann auch Blutgerinnsel ausgeschieden werden. Der Blutverlust endet oft mit einem bräunlichen Ausfluss.

Welche Symptome nach einem Schwangerschaftsabbruch sind Grund zur Sorge?

Normale Beschwerden in den ersten Tagen nach der Behandlung sind:

  • Blutungen und Krämpfe
  • Unterleibsschmerzen oder Rückenschmerzen
  • Fieber
  • Emotionale Instabilität
  • Durchfall oder Übelkeit durch die Antibiotika.

 

Eventuelle Schwangerschaftsbeschwerden klingen meist innerhalb weniger Tage bis zwei Wochen ab. Da die Schwangerschaftshormone in Ihrem Körper noch nicht vollständig abgebaut sind, kann ein Schwangerschaftstest bis zu 3 Wochen nach der Behandlung positiv ausfallen.

Es ist ratsam, etwa drei bis vier Wochen nach der Behandlung einen Schwangerschaftstest zu machen. Ist der Schwangerschaftstest dann immer noch (leicht) positiv, fühlen Sie sich noch stets schwanger oder haben Sie andere Beschwerden? Bitte nehmen Sie dann Kontakt mit uns auf.

Das Risiko auf eine Infektion nach einer Abtreibung ist gering. Fühlen Sie sich jedoch krank, haben Sie Bauchschmerzen und liegt Ihre Körpertemperatur länger als einen Tag über 38,5 °C? Dann kann dies auf eine Infektion hinweisen. Bitte kontaktieren Sie uns in diesem Fall so schnell wie möglich.